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Poem – Die beiden Vögel

© Foto: Rodrigo Rodriguez – Unsplash –

 Ermüdet von den letzten Nächten,
 bin ich nicht mehr bei mir. 
 Hab zu viel vor und will zu viel,
 die Angst kocht auf in mir.
 Zur Ruhe kommen geht grad nicht,
 es wartet so viel Neues. 
 Den Käfig verlassen, fällt mir grade schwer,
 die Tür ist schon lange offen.
 Ich sitz dahinter, verängstigtes Tier,
 versuche aufs fliegen zu hoffen.
 Den einen Flügel streck´ ich raus,
 auf den Zweiten tu ich noch hoffen.

 Und spür auch den Lärm der wilden Tiere,
 sie sind in der Mehrheit. 
 Sie sind so laut, das macht mich verwirrt,
 ich wünsche mir mehr Klarheit. 
 Plötzlich kommt ein Storch geflogen 
 angstlos, elegant.
 Und sagt mir ich soll mitkommen,
 in dieses neue Land.
 Verkrampft in den Flügeln, beginn´ ich zu fliegen,
 wenn man das Fliegen nennt.
 Mich wirbelts herum, die Federn sie brennen,
 es wird Zeit dass man mich kennt. 
 Und der Storch der fliegt gelassen,
 neben mir dahin,
 er beobachtet meinen Sturzflug,
 weiß nicht was da passiert.
 
 Er lässt mich stolpern, 
 er lässt mich zögern,
 er lässt mich einfach sein,
 so sehr ich mir das gewünscht hab´,
 ich kann nicht einfach sein.
 Ich habe Angst zu fallen,
 die Luft nicht mehr zu fühlen,
 fliegen muss ich alleine,
 denn nur dann kann ich dich spüren. 
 Ein Vogel am Boden, den kann man nicht helfen,
 „komm schon finde zu dir“,
 finde zu dir, damit deine Federn,
 den Himmel wieder spüren. 
 Da musst du jetzt durch und lern dich zu zeigen,
 den Schmerz musst du überstehen.
 Und wenn du dich ihm aussetzt,
 wird er irgendwann vergehen. 
CategoriesKunst

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